Gemeinsame Pressemitteilung des Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) und des Fördervereins zur Errichtung einer Pflegekammer in NRW

(DORTMUND) 2.000 junge Pflegende haben sich am 13. Mai 2015 in Dortmund in der Westfalenhalle II in Vorträgen über aktuelle Bildungs- und Fachthemen informiert. Der berufspolitische Apell, der an die Besucherinnen und Besucher gerichtet wurde, blieb nicht ungehört: gut 650 Schülerinnen und Schüler der Pflegeberufe haben sich auf dem Kongress dafür ausgesprochen, dass sich die Landesregierung Nordrhein- Westfalens mit der Errichtung einer Pflegkammer auseinandersetzt: sie haben mit ihrer Unterschrift eine laufende Petition unterstützt, die mit genau dieser Forderung eingerichtet wurde.

Die noch bis zum 30. Juni laufende Online-Petition „Pflegekammer NRW JETZT!“ wurde von einem Gesundheits- und Krankenpfleger mit dem Ziel eingerichtet, die Landesregierung Nordrhein-Westfalens dazu zu bewegen, sich ernsthaft mit der Errichtung einer Pflegekammer zu befassen. 45.000 Unterzeichner hat sich der Petent zum Ziel gesetzt – über 11.000 sind es bereits. Damit ist schon jetzt deutlich, dass die Diskussion über die Selbstverwaltung auch in NRW auf breiter Basis geführt wird und weiter intensiviert werden muss.

Beweggrund der beruflichen Pflege in der Forderung nach Errichtung von Pflegekammern ist die Sorge um die Zukunfstfähigkeit der Pflege in NRW. Vor allem die Fremdbestimmung hat in letzter Konsequenz zum aktuellen Pflegnotstand geführt: so wird Qualität und Anforderungen an die Pflege von Politik und Kostenträgern definiert – die Umsetzung wird unter oft mehr als erschwerten Bedingungen den Einrichtungen in die Hand gelegt. Am gesamten Prozess der Definition von Qualität sind Pflegende selbst als entscheidende Berufsgruppe unbeteiligt. Das hat dazu geführt, dass Pflegende in allen Handlungsfeldern heute deutlich unter ihren Möglichkeiten bleiben müssen und eher davon geleitet werden, was gerade noch zu vertreten ist.

Die Errichtung einer Pflegekammer wird ein deutliches Signal sein, sich von dieser Fremdbestimmung zu lösen. So wird der Pflege die Tür geöffnet, sich an der Qualitätsdiskussion wirksam zu beteiligen und aktiv dazu beizutragen, die Qualität der pflegerischen Versorgung auch aus der Perspektive der beruflichen Pflege zu gestalten.

In Rheinland-Pfalz ist die Pflegekammer bereits beschlossen, in Niedersachsen und Schleswig-Holstein wird die Gründung von Pflegekammern vorbereitet.

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